Briefmarken sammeln ist out? Scheinbar richtig, denn die Zahl der Sammler in Deutschland hat sich seit den siebziger Jahren fast halbiert. Aber im Internet findet man eine Vielzahl von Händlern, Börsen und Seiten, bei denen es um Briefmarken geht. Und die Briefmarkensammelstelle in Bethel kann den Rückgang nicht bestätigen.

Briefmarken gibt es seit 1840. Die Briefmarkenstelle in Bethel feierte 2013 ihr 125-jähriges Bestehen. Anfangs sortierten etwa 20 Menschen mit Behinderungen die gespendeten Postwertzeichen. Inzwischen finden dort 125 kranke, behinderte oder sozial benachteiligte Menschen Arbeit. Die Marken werden gereinigt, sortiert und für den Verkauf an Sammler vorbereitet. Auch Sammlungen werden Bethel gespendet, die dann gesichtet und sortiert werden müssen. Dabei finden die Mitarbeiter gelegentlich auch vollständige Blöcke. Alle arbeiten nach ihren individuellen, manchmal stark eingeschränkten Möglichkeiten. Arbeiten bedeutet für sie, den Tag sinnvoll zu gestalten, Geld zu verdienen, soziale Kontakte zu knüpfen und zu zeigen, was sie können.

Täglich kommen rund 400 Briefe, Pakete und Päckchen mit Briefmarken in Bethel an. Selbst in Zeiten von Mails, SMS oder WhatsApp steigt die Zahl der gespendeten Postwertzeichen. Jährlich werden 29 Tonnen Briefmarken in der Sammelstelle aufbereitet, sortiert und für den Verkauf verpackt. Das entspricht etwa 128 Millionen Briefmarken.

 

Die Sammelstelle ist im Netz unter www.briefmarken-bethel.de zu finden. Neben einer Fülle von Informationen, die man dort erhält, kann man auch Briefmarken bestellen. Neben Ersttags-Blättern werden gestempelte und postfrische Marken, Marken aus der BRD oder aus aller Welt angeboten. Für 25,50 € erhält man zum Beispiel eine bunte Mischung mit 2 kg Briefmarken aus Deutschland und der ganzen Welt. Schatzsucher finden in solchen Mischungen gelegentlich auch Schnäppchen.

Der Salzstreuer-Vorstand hat nun beschlossen, im Büro an der Breiten Straße eine Sammelbox für Briefmarken aufzustellen. Jeder kann dann während der Öffnungszeiten dienstags zwischen 10 und 12 Uhr und freitags zwischen 15.30 und 17.30 Uhr die ausgeschnittenen Marken abgeben. Die Marken werden dann an die Sammelstelle in Bethel weitergeleitet und tragen zur Sicherung der Arbeitsplätze bei.

 

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